Allgemein- und Viszeralchirurgie

In der Abteilung für Viszeralchirurgie werden Verletzungen, entzündliche Erkrankungen, Tumoren und Fehlbildungen der Bauchorgane (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Blinddarm, Dickdarm, Enddarm, Leber, Galle, Pankreas und Milz), der Schilddrüse und Nebenschilddrüse und die inneren und äußeren Bauchwandbrüche behandelt.

Die beiden großen Hauptabteilungen einer Chirurgischen Klinik sind die Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) und die Unfallchirurgie / Orthopädie. Wie auch die weiteren fünf Schwerpunktdisziplinen der Chirurgie (Kinderchirurgie, Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Plastische Chirurgie) fußen alle Facharztausbildungen auf 2 Jahre Allgemeinchirurgie (sog. „Common Trunk“), die traditionell der Vizeralchirurgie zugeordnet ist. Unsere Chirurgische Klinik hat eine Weiterbildungsermächtigung für 1 Jahr „Common Trunk“ und ein 1/2 Jahr Unfallchirurgie/Orthopädie.

Das Kreiskrankenhaus Höchstadt ist ein Akutkrankenhaus mit einer 24-stündigen Notfallambulanz und OP-Bereitschaft. In der chirurgischen Klinik werden alle Patienten mit akuten Verletzungen und Erkrankungen primär diagnostiziert und behandelt. Hierfür halten wir 30 chirurgische Betten, davon 15 viszeralchirurgisch, mit einer Intensivstation, einer Röntgenabteilung mit einer Computertomografie und MRT (Kooperation mit dem radiologischen Zentrum Dr. Wilke), sowie zwei voll ausgestattete moderne OP-Säle vor. Sehr komplexe Verletzungen und aufwendige Notfalloperationen, die an unsere Versorgungsgrenzen stoßen, werden zügig in kooperierende Kliniken (z. B. die Universitätsklink Erlangen) verlegt. Die beiden Hauptabteilungen werden jeweils von einem Chefarzt getrennt geleitet. Die gemeinsame Patientenversorgung gewährleisten darüberhinaus zwei Oberärzte und 4 Assistenzärzte.

Im Vergleich zur Inneren Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie, dem wichtigsten Kooperationspartner des Viszeralchirurgen, liegt der Schwerpunkt in unserem Fachgebiet auf der operativen Behandlung. Hinsichtlich der Diagnostik werden häufig gleiche Wege beschritten. Jeder Patient mit einer bösartigen Erkrankung (Tumor) wird in einem sogenannten Tumorboard vorgestellt, das in interdiszipinärer Zusammenarbeit zwischen dem Kreiskrankenhaus und Kollegen der Onkologie, Strahlentherapie und Pathologie des Uniklinikums Erlangen einen individuellen Therapieplan erstellt.

Mit Hilfe der heutigen digitalen Bildverarbeitung werden Operationen, soweit es möglich ist, „minimal-invasiv“ über kleine Instrumentenportale durchgeführt. Eine der neuesten Entwicklungen ist der Operationsroboter. Das Operationstrauma der Bauchdecke ist somit deutlich geringer und die Hautwunden sind entsprechend dem kosmetischen Anspruch wesentlich kleiner.

In der Allgemeinchirurgie werden alle akuten und chronischen entzündlichen Krankheiten einschließlich Blutungen und Tumoren der Haut, Hautanhangsgebilden, sowie des Unterhaut-Fettgewebes behandelt. Auch die Anlage von intravenösen sogenannten Ports und Dauerkathetern zur Medikamentenapplikation bzw. Dauerernährung fällt in die Allgemeinchirurgie.

Proktologie

Die Proktologie ist eine Spezialisierung in der Viszeralchirurgie. Hier werden die Krankheiten (Hämorrhoiden, Analthrombosen, Fissuren, Polypen, Inkontinenz, Senkungen und Darmvorfall) des Analkanals und des Beckenbodens konservativ und operativ behandelt. Alle Patienten werden zunächst in einer Spezialsprechstunde untersucht und beraten.

Operationen

Unserem Versorgungsauftrag entsprechend kommen folgende Diagnosen und Behandlungen besonders häufig bei uns vor:

Offene und minimal invasive Herienchirurgie (evtl. mit Kunststoffnetz)

  • Versorgung von Leistenbrüchen, Sportlerleiste und Schenkelhernien
  • Bauchwandbrüche (Nabel, Narben, Rectusdiastase, epigastrische Hernien)
  • Zwerchfellbrüche mit oder ohne Sodbrennen (Reflux)  (laparoskopische Fundoplikatio)

Gallenblasenchirurgie

  • Minimal invasive Entfernung der Gallenblase (evtl. mit vorherige Steinentfernung aus dem Gallengang (ERCP) durch den Gastroenterologen

Magenchirurgie

  • Ulkusexzisionen, totale oder partielle Magenentfernung wegen einer Tumorerkrankung

Darmchirurgie:

  • Laparoskopische Entfernung des Blinddarmes
  • Entfernung von Dünndarm oder Dickdarm wegen Tumoren
  • Laparoskopische Sigmaresektion wegen einer Divertikulitis
  • Teilentfernung oder vollständige Entfernung des Enddarm (Rektum)
  • Anlage eines künstlichen Darmausganges (häufig laparoskopisch)

Weichteilchirurgie:

  • Hautabszeße, Sinus pilonidalis, Hämatomausräumung
  • Tumoren der Haut, des Fettgewebes und der Muskeln
  • Schleimbeutelentfernung

Schildrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie:

  • Entfernung von Schilddrüsengewebe wegen Über- oder Unterfunktion oder Neubildungen unter Stimmnervenkontrolle (Neuromonitoring)
  • Entfernung von vergrößerten Nebenschilddrüsen

Proktologische Operationen:

  • Hämorrhoidenunterbindung (ambulant)
  • Entfernung von Hämorrhoiden (stationär, schmerzfrei mit dem Stapler)
  • Resektion von chronischen Analfissuren
  • Abszeßeröffnung
  • Fistelresektion
  • Sphinkterrekonstruktion
  • Prolapschirurgie (innerer und äußerer) mit Beckenbodenhebung transanal oder minimal invasiv transabdominal mit Einlage eines Beckenbodennetzes
     

Operationen an der Bauchspeicheldrüse und  der Speiseröhre führen wir in unserer Klinik nicht durch. Auch größere Eingriffe an der Leber werden an chirurgische Zentren geschickt.

Sprechstunden:

Allgemein-und viszeralchirurgische Sprechstunde (Prof. Hjalmar Nekarda):

Mo 11:30 bis 15.30 Uhr

Mi 13:30 bis 16:00 Uhr

Di und Do 09:30 bis 13:30 Uhr

Fr 09:30 bis 12:00 Uhr

Tel. 09193/620-220

 

Proktologische Sprechstunde (Prof. Hjalmar Nekarda):

Mi 14:00 bis 15:00 Uhr, Tel. 09193/620-220

Prof. Dr. med. Hjalmar Nekarda